IWIQ Reallabor

Ressourcenwende im Bestand: Neue Kreisläufe fürs Quartier


Rund 125.000 Mehrfamilienhäuser in Berlin müssen saniert werden. Jetzt ist das Gelegenheitsfenster, um sie zu dezentralen Ressourcen-Kreisläufen zu machen, die ihr Wasser und ihre Wärme direkt vor Ort zurückgewinnen und wiederverwenden. Die Technik dahinter: Grauwasser-Recycling mit integrierter Wärmerückgewinnung.

 

Leicht verschmutztes Abwasser aus Bad und Küche wird dabei direkt im Haus aufbereitet und ein zweites Mal genutzt – etwa für die Toilettenspülung oder die Waschmaschine. Gleichzeitig wird die Abwärme des Wassers erneut zur Warmwasserbereitung im Haus verwendet. 

 

Das Potenzial der Technik ist groß – genau wie die Herausforderung der drohenden Wasserknappheit in Berlin. Es ist keine Frage, ob Grauwasser-Recycling zum neuen Standard wird, sondern wann. Im Reallabor IWIQ schaffen wir die technischen, rechtlichen und wirtschaftlichen Grundlagen für diese Transformation.


Klimaschutzpartner des Jahres 2026

Unser Reallabor wurde im Rahmen der Berliner Energietage als „Klimaschutzpartner des Jahres 2026“ ausgezeichnet. Ein starkes Signal für die Ressourcenwende im Bestand!

Weitere Infos

Reallabor Thema 1: 
Umsetzung & Innovation

Wir zeigen, dass die Technologie bereit ist und erproben sie in vier Sanierungsprojekten. Dabei sammeln wir Wissen und testen Innovationen.

  • Einbau im Bestand: Grauwasser-Recycling benötigt ein zweites Leitungsnetz im Gebäude. Im Neubau ist das kein Problem. Im Bestand ist es eine Herausforderung. Wir erproben Lösungen, wie die Nutzung alter Kaminschächte oder die Integration der Leitungen in der Fassadendämmung.
  • Nutzung weiterer Quellen: Stärker verschmutztes Grauwasser aus der Küche und Waschmaschine wird bisher kaum genutzt, doch würde das Einsparungspotenzial erheblich steigern. Wir erproben innovative Technik, um auch dieses Abwasser preiswert und vor Ort nutzbar zu machen.
  • Wissenschaftliche Absicherung: Mittels kontinuierlichem Datenmonitoring und detaillierter Ökobilanz (LCA) belegen wir die reale Effizienz sowie die ökologische Nachhaltigkeit der Systeme.
  • Wissenstransfer: Um die Fortbildung von dringend benötigtem technischem Fachpersonal vorzubereiten, erarbeiten wir Lehrmaterial für physische und digitale Weiterbildungsmöglichkeiten.



Projektauftakt der Berliner Reallabore

Am 25. August 2025 startete das Reallaborprojekt IWIQ mit einer feierlichen Auftaktveranstaltung in der Technischen Universität Berlin in die Umsetzungsphase. Zu den Gästen zählte die Berliner Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe, Franziska Giffey. 

Reallabor Thema 2: 
Regularien & Fördermöglichkeiten

Die Technik ist einsatzbereit, doch wichtige administrative Grundlagen fehlen noch. Über einen Lernort und Workshops bringen wir Wirtschaft, Verwaltung, Praxis und Öffentlichkeit zusammen, um rechtliche, technische und gesellschaftliche Hürden zu kommunizieren und zu überwinden.

  • Vereinbarkeit mit Milieuschutz: Verwaltungsmitarbeitende stehen vor einer Herausforderung. Sinnvolle und gewollte Sanierungsmaßnahmen, wie Wärmepumpe oder Grauwasser-Recycling, vertragen sich aktuell nicht mit dem Milieuschutz. Und das, obwohl die Warmmiete durch verringerte Nebenkosten sogar sinken kann.
  • Regularien zu Betriebswasserwiederverwendung: Betriebswasser erreicht mindestens Badegewässerqualität, darf jedoch nur für die WC-Spülung oder die Waschmaschine verwendet werden. Wir arbeiten an Rahmenbedingungen, die eine Nutzung darüber hinaus ermöglichen – etwa für die Bewässerung von Grünflächen oder die Versickerung im Quartier.


Anreize: Der Einbau einer Anlage für Grauwasser-Recycling und Wärmerückgewinnung braucht wirtschaftliche Anreize. Wir liefern Fakten und Konzepte, um die Investition wirtschaftlich attraktiv zu machen.

Der Verbund